Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Frühjahrsmüdigkeit

Frühjahrsmüdigkeit — was dagegen hilft

Was steckt hinter der Frühjahrsmüdigkeit und wie kann man diese überwinden? Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit — erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Kaum ist der Winter vorbei, setzen bei über der Hälfte aller Deutschen erste Beschwerden ein: Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Kreislaufprobleme und ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis. Der Volksmund spricht von Frühjahrsmüdigkeit. Über die genauen Ursachen wird in der Medizin noch spekuliert, doch als erfahrungsbasierte Tatsache steht die Frühjahrsmüdigkeit außer Zweifel.

 

Sicherlich spielt der Hormonhaushalt eine Rolle. Denn der gerät beim Wechsel der Jahreszeiten durcheinander. In den dunklen Wintermonaten nimmt das Glückshormon Serotonin ab, da seine Produktion vom Tageslicht abhängt. Das Schlafhormon Melatonin hingegen ist im Winter im Überfluss vorhanden. Im Hormonhaushalt führt das zum Ungleichgewicht. Wir erwachen im Frühjahr quasi aus dem Winterschlaf. Die Folgen sind oft ein Müdigkeitsgefühl und Gereiztheit. Wenn die Symptome der Frühjahrsmüdigkeit nicht verschwinden, rät es sich sogar, zu einem Arzt zu gehen. Denn Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit, bei übermäßigen Symptomen kann also eine organische oder psychische Erkrankung vorliegen, die behandlungsbedürftig ist.

 

Viel frische Luft


Bei den übrigen Betroffenen reicht häufig schon eine Umstellung der Gewohnheiten aus, um sich schneller wieder fit zu fühlen. Nach einem besonders langen und harten Winter sind die Energiereserven des Körpers praktisch aufgebraucht. In den nordischen Ländern spricht man deshalb auch gerne von einer Winterdepression. Starke künstliche Lichtquellen helfen dabei, sich schon im Winter deutlich besser zu fühlen. Und am Anfang des Frühjahres kann man bei kurzen Aufenthalten im Freien ruhig einmal auf den Lichtschutzfaktor verzichten, um die Energiereserven aufzutanken.

 

Gerade wenn das Wetter dann besser wird, lautet der Rat: So viel Bewegung an der frischen Luft wie möglich, dazu ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen und viel frisches Obst und Gemüse der Saison essen. Spargel etwa läutet auch sichtbar auf dem Esstisch die gute Wettersaison ein. Denn häufig fehlen dem Körper nach dem langen Winter wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Lassen Sie zudem den Fahrstuhl links liegen und benutzen Sie die Treppe. Auch das Essen kleiner Mahlzeiten hilft, sich nicht so schnell müde zu fühlen. Wer all das berücksichtigt und morgens trotzdem nicht aus dem Bett kommt, kann es mit Wechselduschen probieren. Das macht auch den tiefsten Winterschläfer wach.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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