Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Bluthochdruck

Bluthochdruck — was gegen die Volkskrankheit hilft

Wie kann erhöhtem Blutdruck vorgebeugt werden? Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit — erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Die Kenntnis des eigenen Blutdrucks sollte auch für gesunde Menschen zum Standardwissen gehören. Er sollte im Ruhezustand nicht höher als 130/80 mmHg liegen und an beiden Oberarmen gemessen werden. Hinzu kommt der Blutdruck unter Belastung. Gemessen wird in der Regel bei submaximaler dynamischer Belastung, etwa auf dem Fahrradergometer bei 100 Watt. Ein Blutdruckwert über 200 mmHg wird dabei als krankhaft definiert. Bluthochdruck ist dabei nicht nur für die Herzfunktion schädlich und führt zu Gefäßerkrankungen, sondern mindert auch die Hirnleistung. Eine Studie der Universität Münster hat festgestellt: Je höher der Blutdruck, desto schwächer die Denkleistung.

 

Der Bluthochdruck ist dabei meist familiär bedingt. Ein hohes Risiko für Kinder besteht insbesondere dann, wenn bei den Eltern der Bluthochdruck vor dem 55. Lebensjahr aufgetreten ist. In diesem Fall ist das Hochdruckrisiko bei den Kindern fast 6-fach erhöht. Experten empfehlen deshalb, bei Kindern von Hochdruckpatienten frühzeitig den Blutdruck im Auge zu behalten und frühzeitig mit einer blutdrucksenkenden Therapie zu beginnen.

 

Weitgehend unbekannt ist der Zusammenhang von Bluthochdruck und nicht diagnostizierter Schlafapnoe. Atempausen in der Nacht (mit und ohne Schnarchen) sind wahrscheinlich die häufigste Ursache eines erhöhten Blutdrucks. Bei allen Patienten mit sehr hohen und schlecht einstellbaren Blutdruckwerten sollte man daran denken, dass ein obstruktives Schlafapnoe-Syndrom vorliegen könnte. Eine Diagnosestellung ist jedoch nur in einem Schlaflabor möglich.

 

Was hilft gegen Bluthochdruck?


Gegen Bluthochdruck helfen in der Regel oft nur Medikamente. Behandlungsziel ist ein Wert deutlich unter 135/85 mmHg. Zur Unterstützung empfehle ich eine Reihe alltäglicher Todos. Dies beginnt bei der Ernährung. Kiwis beispielsweise sind ein wirksamer Blutdrucksenker. Hochdruckpatienten, die pro Tag drei Kiwis essen, erreichen damit eine Blutdrucksenkung von fast 4 mmHg. Kiwis sind dabei deutlich wirksamer als Äpfel. Eine sehr seriöse Studie der TUFTS-Universität in Boston ergab: Hibiskustee senkt ebenfalls den Blutdruck, zwar nur leicht, dafür aber zuverlässig. Der selbe Effekt tritt bei rote Beete Saft ein.

 

In diesem Zusammenhang sei vor zu viel Salz gewarnt. Laut Empfehlungen der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) sollte der tägliche Kochsalzkonsum unter 5 g liegen. In westlichen Industrienationen liegt der tägliche Salzkonsum jedoch bei 10 g. Dies führt zu einer Steigerung von Herz- und Gefäßkomplikationen. Nur 5 g zusätzliches Natrium-Chlorid pro Tag erhöhen das Schlaganfall-Risiko um 23 Prozent. Ein „No“ für Bluthochdruckpatienten sind ebenfalls Energy-Drinks. Dazu rät eine Forschergruppe aus Detroit auf Basis einer eigenen Studie.

 

Sport ist gut für das Herz. Auch ältere Patienten mit einem leicht erhöhten Blutdruck sollten ein regelmäßiges Herz-Kreislauftraining machen. Noch zu oft raten Ärzte bei erhöhten Blutdruckwerten vom Training ab. Forscher der Johns Hopkins University empfehlen bei leichter Hypertonie 3 x 60 Minuten Training pro Woche. Es konnten keine negativen Effekte des Trainings nachgewiesen werden. Die Herzfunktion besserte sich deutlich. Bei Krafttraining sinkt ebenfalls der mittlere Blutdruck, im Schnitt um 3-6 mmHg.

 

Neben regelmäßigem Sport senkt auch eine generelle Gewichtsabnahme den Blutdruck. Je Kilogramm Gewichtsabnahme wird bei Übergewichtigen der obere Blutdruck (systolischer Blutdruck) um 1,5 Prozent gesenkt. Das geht aus Daten einer Metastudie hervor. Alle Hypertoniker sollten deshalb zu regelmäßiger körperlicher Aktivität ermutigt werden. Und zuletzt will ich auf die Empfehlung des brasilianischen Gesundheitsministers gegen erhöhten Blutdruck hinweisen. Im Rahmen einer landesweiten Gesundheitskampagne sagte er: „Erwachsene müssen sich bewegen: Laufen, Tanzen und Sex haben“.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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