Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Demenz

Demenz — was zur Vorbeugung hilft

Was kann man tun, um den Beginn einer Demenzerkrankung zu verzögern? Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit — erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Die Pflegereports der gesetzlichen Krankenversicherungen gehen davon aus, dass in Deutschland jede zweite Frau und jeder dritte Mann damit rechnen muss, eine demenzielle Entwicklung im Alter zu erleiden. Der Anstieg der Demenzkranken ist eine tickende Zeitbombe der älter werdenden Gesellschaft.

 

Es gibt aber auch zwei gute Nachrichten: Einer amerikanischen Studie zufolge nimmt Alzheimer einen deutlich langsameren Verlauf, wenn die Krankheit erst in hohem Alter auftritt, auch wenn die Gründe hierfür nicht bekannt sind. Und: Jeder kann dafür etwas tun, dass Alzheimer erst später auftritt.

 

Mit einem adäquaten Training lässt sich der zunehmende Gedächtnisverlust im Alter aufhalten. Aerobic beispielsweise fördert sogar das Wachstum der Gehirnregionen, die für das Erinnern zuständig sind. Hier nun noch einige weitere Anregungen, die bei der Demenz Vorbeugung helfen.

 

Mineralwasser gegen Alzheimer?


Menschen, die bestimmte Sorten von Mineralwasser trinken, können möglicherweise die Aluminiumbelastung ihres Körpers senken. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die an der Keele-University im englischen Staffordshire vorgenommen wurde. Seit einigen Jahren gibt es Hinweise, dass die Aluminiumbelastung Alzheimer begünstigt. Die Aluminiumbelastung kann gezielt verringert werden, wenn Menschen Mineralwasser mit einem hohen Anteil an Silikat trinken. Diesen Zusammenhang konnten die britischen Forscher nachweisen. Es ist allerdings nicht geklärt, ob das Trinken des Mineralwassers auch Alzheimer direkt beeinflusst.

 

Apfelförmiger Bauch begünstigt Demenz


Unabhängig von anderen gravierenden Risikofaktoren wie Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und Zigarettenrauchen erhöht Übergewicht das Demenz-Risiko. Das zeigte eine Langzeitstudie bei 6583 Probanden. Eine ausgeprägte Stammfettsucht erhöhte auch bei noch normalem Body-Mass-Index das Demenz-Risiko um über 80 Prozent.

 

Gesundes Essen senkt Demenz-Risiko


Dies bedeutet: Falsches Essen und Übergewicht haben verheerende Auswirkungen auf das Gehirn. Es gilt heute als gesichert, dass Lifestyle-Faktoren das Risiko, eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln, massiv beeinflussen. Wesentliche Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Schädel-Hirntraumen und vor allem Übergewicht und reduzierte körperliche Aktivität.

 

Insbesondere eine mediterrane Diät vermindert das Demenz-Risiko. Die Mittelmeerdiät zeichnet sich durch einen hohen Fischkonsum, viel Gemüse, Früchte und Cerealien aus, sowie durch die Verwendung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Olivenöl) sowie durch einen moderaten Genuss von Alkohol, vor allem Rotwein. Vermieden werden sollten Milchprodukte, Fleisch und gesättigte Fettsäuren. Wahrscheinlich spielen bei der Mittelmeerdiät positiv eine Rolle: Folsäure, Antioxidantien, Vitamin B-Komplex sowie Omega-3-Fettsäuren und Polyphenole wie Resveratrol in Rotwein und Oliven.

 

Demenz nach Schlaganfall


Schlaganfälle führen nicht nur akut und chronisch zu Lähmungen und Sprachstörungen, sie können auch das Risiko für eine Demenzentwicklung erhöhen. Schlaganfallpatienten, die noch vor dem Schlaganfall im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte waren, können nach einem Schlaganfall schwere irreversible Gedächtnisstörungen entwickeln. Auf dem Boden eines durchgemachten Schlaganfalls entwickelt sich doppelt so häufig eine Demenz bei ansonsten vergleichbaren Personen, das zeigte jetzt eine niederländische Studie. Schlaganfall Prophylaxe ist demnach auch Demenz Prophylaxe.

 

Einsamkeit erhöht Demenzrisiko


Das Rush-Alzheimer´s-Disease-Center in Chicago hat insgesamt 823 Senioren über vier Jahre hinweg wissenschaftlich begleitet. Die Senioren wurden unter anderem befragt, wie einsam sie sich fühlen. Mit jedem Punkt mehr auf der Einsamkeitsskala erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit, an Alzheimer zu erkranken. „Menschen sind sehr soziale Geschöpfe. Um gesund zu bleiben, brauchen wir Interaktion“, so die Autoren der Studie. Fazit: Menschen, die sich über eine längere Zeit hinweg einsam fühlen, sind wesentlich anfälliger für die zerstörerische Wirkung altersbedingter Nervenschädigungen. Einsame Menschen sind doppelt so stark gefährdet, an Alzheimer zu erkranken.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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