Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Gastritis

Gastritis — und wie man sie behandelt

Warum Gastritis inzwischen nicht mehr so gefährlich ist, wie noch vor gut zwei Jahrzehnten und wie man sie heute behandelt. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit — erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

An der entzündlichen Erkrankung des Magens lässt sich hervorragend der Fortschritt in der Medizin belegen. Noch vor 25 Jahren galt die Gastritis als eine der häufigsten internistischen Beschwerden. Magengeschwür und Magenkrebs zählten zu den häufigen und extrem schmerzhaften schweren Erkrankungen. Viele Menschen starben an der nachhaltigen Schädigung ihres Magens.

 

Diese Zeiten sind weitgehend vorbei. Allerdings gibt es natürlich weiterhin die Entzündung der Magenschleimhaut. Zumeist ist permanenter Stress Auslöser, weil dieser zu einer Überproduktion an Magensäure führen kann. Vielfach spielen aber auch die Schleimhaut schädigende Medikamente wie Acetylsalicylsäure (Aspirin) und andere schmerzstillende Mittel eine negative Rolle. Auch falsche, zu fetthaltige Ernährung, zu viel Alkohol und Kaffee sind Risiken für die Entstehung einer chronischen Magenschleimhautentzündung.

 

Helicobacter Pylori Infektion


Wenn die Schleimhaut ständig gereizt wird, entsteht eine erosive Schleimhautentzündung. Die Magensäure kann dann die ungeschützte Schleimhaut attackieren und es entsteht im fortgeschrittenen Stadium ein Magengeschwür. Wenn eine bakterielle Besiedelung mit Helicobacter Pylori-Eregern dazu kommt, können sich schwere chronische Krankheitszustände entwickeln.

 

Typisch in einer solchen Situation ist der Nüchternschmerz, der die Patienten überaus peinigen kann. Die Magenschleimhautentzündung und das Magengeschwür sind heute jedoch medikamentös exzellent zu behandeln. Moderne Medikamente, sogenannte Protonenpumpenhemmer, blockieren die Magensäure und so kann das Magengeschwür schnell und ohne Probleme abheilen. Komplizierte Operationen wegen Magengeschwüren sind heute praktisch nicht mehr erforderlich.

 

Wenn eine Helicobacter Pylori Infektion vorliegt, wird die Situation etwas komplizierter. Wir gehen heute davon aus, dass jeder dritte Deutsche mit diesem Bakterium grundsätzlich infiziert ist, ohne dass wir Auswirkungen verspüren würden. Nur rund zehn Prozent der betroffenen Patienten haben echte Magenbeschwerden. Neben einer Protonenpumpenhemmung ist dann eine Behandlung mit speziellen Antibiotika für zunächst einen Zeitraum von einer Woche erforderlich. Heute gehen rund 90 Prozent aller Fälle von Magenschleimhautentzündungen und auch von Magengeschwüren auf das Konto einer Helicoabcter Pylori Infektion. Eine solche Infektion erhöht das Magenkrebsrisiko mittel- und langfristig immerhin auf das Fünffache.

 

Untersuchung und Therapie


Sowohl mit Bluttests als auch mit Magenspiegelung kann eine Helicobacter Pylori-Infektion gut diagnostiziert werden. In 90 Prozent der Fälle gelingt eine optimale Behandlung mit zwei verschiedenen Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer in Kombination. Wir sprechen von einer sogenannten Trippel-Therapie. Das Gespenst des Magenkrebses bleibt den meisten Patienten damit erspart.

 

Eine ausgewogene Ernährung bleibt aber für Menschen, die zu einer Magenschleimhautentzündung neigen, die beste Vorbeugemaßnahme.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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