Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Metabolisches Syndrom

Warum ein Metabolisches Syndrom so gefährlich ist


Was ist eigentlich ein Metabolisches Syndrom, werde ich häufig gefragt. Auf den einfachsten Nenner gebracht eine enorme Gefährdung für die Gesundheit und die Lebenserwartung. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit — erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Viele Jahre lang herrschte international eine große Uneinigkeit darüber, was ein metabolisches Syndrom überhaupt ist. Das ist heute zum Glück weitestgehend geklärt. Viel schlimmer: In Industrienationen sind heute bereits bis zu 30 Prozent der Bevölkerung davon betroffen, darunter immer mehr jüngere Menschen. Und die Zahlen steigen beständig an.

Definition des Metabolischen Syndroms

Nachdem viele Jahre lang unterschiedlichste Bezeichnungen kursierten, hat man sich seit einigen Jahren endlich zumindest soweit geeinigt, dass mit diesem „Syndrom“ ein Zusammentreffen von definierten Risikofaktoren beschrieben wird. Dazu zählen die bauchbetonte Fettsucht, Stoffwechselstörungen wie niedriges HDL-Cholesterin und erhöhte Triglyceride, ein gestörter Blutzuckerstoffwechsel und erhöhter Blutdruck.

Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über eine heute weltweit akzeptierte Definition des Metabolischen Syndroms. Sind drei dieser fünf Kriterien erfüllt, besteht ein Metabolisches Syndrom.

 

vergrößerter Bauchumfang


Bevölkerungs- und Länderspezifische Definition  
erhöhte Triglyceride (oder Pharmakotherapie wegen Hypertriglyceride)

> 150 mg/dl

 
niedriges HDL-Cholesterin (oder Pharmakotherapie wegen niedrigem HDL-Cholesterin)

< 40 mg/dl für Männer
< 50 mg/dl für Frauen

 
erhöhter Blutdruck (oder Pharmakotherapie wegen Hypertonie)

systolisch > 130 mmHG
und/oder diastolisch > 85 mmHG
 
Erhöhte Nüchternglukose (oder Therapie wegen erhöhter Nüchternglukose) > 100 mg/dl

 

 

 

Verheerende Folgen

Jeder der genannten Faktoren stellt schon für sich einen Risikofaktor dar. Treffen nun aber mehrere zusammen, diagnostiziert man also ein Metabolisches Syndrom, sind die Folgen verheerend. Denn das Zusammentreffen geht nahezu automatisch einher mit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und periphere Durchblutungsstörungen aber auch für eine Zuckerkrankheit.

 

Da stellt sich natürlich die Frage: Wie behandelt man ein Metabolisches Syndrom? Der wirksamste Weg besteht in einer Umstellung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Aktivität.

Mittelmeerküche als erfolgreiche Therapie

Insbesondere mediterrane Kost soll dabei vor dem Metabolischen Syndrom schützen. Sie enthält viele ungesättigte Fettsäuren, ist aber nicht besonders fettarm. Eine Studie hat darum jetzt die Auswirkungen bei der Mittelmeerdiät und einer fetteinsparenden Diät gegenübergestellt.

 

Die Untersuchung wurde an 1.200 älteren Menschen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko durchgeführt. Etwa 60 Prozent litten unter einem metabolischen Syndrom. Über ein Jahr erhielten die Teilnehmer in zwei Gruppen entweder eine mediterrane Diät (faserreiche Kost, Obst, Gemüse, mäßiger Fisch- und Alkoholkonsum, wenig Molkereiprodukte, Fleisch sowie Süßigkeiten) ergänzt durch einen Liter natives Olivenöl pro Woche, die gleiche Kost plus 30 Gramm gemischte Nüsse am Tag oder eine fettarme Diät.

 

Nach zwölf Monaten zeigte sich, dass sich das metabolische Syndrom in der Olivenölgruppe um knapp 7 Prozent verringert hat. Bei den zusätzlichen Nuss-Essern sank die Häufigkeit des metabolischen Syndroms sogar um 14 Prozent. Bei der fettarmen Diät war dagegen nur ein Rückgang des metabolischen Syndroms von 2 Prozent zu verzeichnen.

 

Offenbar bietet also die Mittelmeerküche – angereichert durch Nüsse und Olivenöl – ein wirksames Instrument gegen gefährliche Stoffwechselveränderungen.


Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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