Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Glück

Glückliche Menschen sind gesündere Menschen

Lachen ist gesund. Das wussten schon unsere Großeltern. Inzwischen beweisen auch zahlreiche Studien: Glück und Wohlbefinden wirken sich positiv auf unsere Gesundheit aus. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit — erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Kinder lachen etwa 400 Mal am Tag. Erwachsene nur rund 15 Mal. Gerade wir Deutschen sind nicht gerade bekannt dafür, vor Humor und guter Laune nur so zu sprudeln. Dabei spielen sich bei jedem Lachen zahlreiche positive Effekte in unserem Körper ab. Das Zwerchfell wird in Bewegung gesetzt und massiert Leber, Galle, Milz und den Magen-Darm-Bereich. Der Puls wird beschleunigt und der Kreislauf aktiviert. Gleichzeitig wird der Ausstoß von Adrenalin verlangsamt und die Produktion zahlreicher positiver Stoffe im Blut angeregt.

Zufriedene Menschen haben gesündere Herzen


Neben den direkten Effekten eines herzhaften Lachens haben inzwischen mehrere Studien belegt, dass glückliche, zufriedene Menschen gesünder sind. So ergab die über mehrere Jahrzehnte in Großbritannien durchgeführte Whitehall-Studie mit mehreren 10.000 Teilnehmern, dass Menschen die mit sich selbst zufrieden waren, deutlich seltener an koronaren Herzkrankheiten litten.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine große Untersuchung über den Zusammenhang zwischen psychologischem Wohlbefinden und einem gesünderen Lebensstil, die 2017 in Litauen durchgeführt wurde. An der Untersuchung nahmen mehr als 10.000 Menschen teil, die im Schnitt zwischen 45 und 72 Jahren alt waren.

Hier einige Resultate: Glückliche und zufriedene Menschen

  • ernähren sich gesünder und greifen deutlich häufiger zu Obst, Gemüse und Vollkornprodukten,
  • rauchen seltener,
  • trinken weniger Alkohol
  • und sind sportlich aktiver.

 

Sie führen also automatisch einen gesünderen Lebensstil und haben damit einhergehend ein deutlich geringeres Krankheitsrisiko.

 

Glückliche Menschen leben länger

Das bestätigt auch eine Untersuchung aus den USA. Die Wissenschaftler der Universitäten in North Carolina und Colorado nutzten dazu Daten verschiedener Quellen, anhand derer sie den Zusammenhang zwischen Glück und Sterblichkeit untersuchten. Insgesamt werteten sie die Daten von mehr als 30.000 Menschen über einen Zeitraum von fast drei Jahrzehnten aus.

 

Zusammengefasst kommen sie zu dem Ergebnis: Je glücklicher Menschen sind, desto länger leben sie. Im Vergleich mit unglücklichen Menschen haben sie ein um 14 Prozent niedrigeres Sterblichkeitsrisiko. Dabei bezogen die Forscher auch mit ein, ob die Menschen in einer Partnerschaft lebten und wie sie sozioökonomisch gestellt waren. Das Überraschende: Unabhängig von diesen Faktoren verlängert Glück und Zufriedenheit die Lebenserwartung. Darum fordern die Autoren abschließend: „Zusätzlich zur Verbesserung des wirtschaftlichen Lebensstandards der Bevölkerung, des Zugangs zu medizinischer Versorgung und eines gesunden Verhaltens sollten politische Entscheidungsträger überlegen, wie sie Menschen glücklich machen können (…) Glück kann einen Weg zu einem angenehmeren und längeren Leben bieten.“

 

Dem kann ich mich nur anschließen. Vielleicht sollten wir uns alle etwas häufiger einmal daran erinnern, was Glück eigentlich bedeutet. Theodor Fontane hat das bereits 1894 in „Effie Briest“ sehr treffend zusammengefasst. Für mich haben seine Worte bis heute nichts an ihrer Gültigkeit verloren:„Das Glück, wenn mir recht ist, liegt in zweierlei: Darin, dass man ganz da steht, wo man hingehört, zum zweiten und besten in einem behaglichen Abwickeln des ganz alltäglichen, also darin, dass man ausreichend geschlafen hat und dass einen die neuen Stiefel nicht drücken. Wenn einem die 720 Minuten eines zwölfstündigen Tages ohne besonderen Ärger vergehen, so lässt sich von einem Tage unter einem glücklichen Stern sprechen.“

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

zurück zur Übersicht