Gesundheitsmagazin
Auf einen Blick
Malaria

Malaria — Vorsicht bei Fernreisen

Nach wie vor zählt Malaria zu den häufigsten Infektionskrankheiten unserer Erde. Jährlich sterben weltweit mehr als 400.000 Menschen daran. Darum ist insbesondere bei Fernreisen zu ganz besonderer Vorsicht geraten. Informationen rund um den menschlichen Körper und die Gesundheit — erklärt von Prof. Dr. Curt Diehm.

 

Jährlich erkranken weltweit insgesamt etwa 200 Millionen Menschen an Malaria. Bei der durch den Stich der Anophelesmücke übertragenen Tropenkrankheit unterscheidet man drei Formen: Die Malaria tropica als weitaus gefährlichste mit den meisten Todesfällen, die Malaria tertiana, die nur selten tödlich verläuft, bei der sich die Betroffenen aber sehr krank fühlen und die seltene Malaria quartana.

 

Bei allen drei Malaria Formen verläuft die Entwicklung gleich. Die Mücke sticht einen mit Malaria infizierten Menschen und nimmt dessen Blut auf. Beim Stich eines nicht infizierten Menschen gelangt die Krankheit dann in dessen Blut. Dort dringen sie in die Leberzellen ein und entwickeln sich unterschiedlich. So entstehen dann die unterschiedlichen Verlaufsformen der Malaria.

 

Der beste Schutz gegen Malaria

Wer das weiß, erkennt schnell, was den besten Schutz gegen eine Malaria-Infektion bietet: Möglichst nicht gestochen werden, denn ohne Mückenstiche gibt es auch keine Malaria. Ob Mückengitter, Moskitonetze oder Anti-Mücken-Mittel – Mückenschutz ist der beste Weg, um sich vor einer Infektion zu schützen. Doch gerade bei Reisen in besonders gefährdete Gebiete reicht das oft nicht aus. Dann raten Tropenmediziner zu einer medikamentösen Prophylaxe und/oder der Mitnahme eines Notfallmedikaments.

 

Oftmals höre ich in diesem Zusammenhang den Verweis auf die Nebenwirkungen der Medikamente. Doch wer einmal eine Malaria durchgemacht hat, wird mir sicher rechtgeben: Bei dieser Erkrankung ist das das deutlich kleinere Übel. Das Schweizerische Tropen- und Public-Health Institut hat bereits vor einigen Jahren darauf hingewiesen, dass rund drei Viertel der Personen, die eine Malariaprophylaxe einnehmen, keine Probleme verspüren. Knapp ein Viertel verspürt leichte Nebenwirkungen, die die Betroffenen aber als tolerierbar bewerten. Und nur bei einem bis drei Prozent kommt es zu wirklich starken Nebenwirkungen.

Lassen Sie sich beraten

Wenn Sie eine Reise in ein Risikogebiet planen, sollten Sie sich auf jeden Fall vorab informieren und tropenärztlich beraten lassen. Unter www.tropeninstitut.de können Sie schnell und einfach anhand der Eingabe Ihres Reiseziels ermitteln, welche Impfvorschriften und Infektionsrisiken bestehen. Im Gespräch mit Ihrem Arzt sollten Sie dann die notwendigen Impfungen abklären. Das ist auch wichtig, weil im Falle der Malaria für die verschiedenen Länder auch unterschiedliche Prophylaxen empfohlen werden. Und bitte behalten Sie dabei unbedingt den Zeitfaktor im Blick, denn bei einigen der Medikamente müssen sie bereits zwei bis drei Wochen vor Reisebeginn mit der Prophylaxe beginnen, um einen wirksamen Schutz zu erhalten.

 

Die gute Nachricht zum Schluss: In Deutschland gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin rund 1.000 Malaria-Fälle pro Jahr. Ausnahmslos handelt es sich dabei um eingeschleppte Fälle. Die Gefahr, sich hier zu infizieren, liegt also im wahrsten Sinnen des Wortes bei Null.

 

Dieser Artikel erscheint auch in der Kolumne „Gesund mit Diehm“ auf www.gesuendernet.de, die Prof. Dr. Curt Diehm wöchentlich schreibt.

 

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